RGOS Veranstaltungen


Dummy Training Sellamatt 2018

Text  und Bilder Ruth Clarke

 

Was hatten wir für ein Riesenwetterglück! Das ganze Wochenende vom 1. bis 3. Juni wurden wir von herrlichem Sonnenschein mit ein paar willkommenen Wolken verwöhnt, war es doch bereits recht warm. Aus terminlichen Gründen wurde das traditionelle Sellamatt-Training, das üblicherweise Anfang/Mitte Mai stattfindet, auf das erste Juni-Wochenende gelegt. Die Alpweiden waren für einmal weiss nicht mit Schnee oder Krokussen sondern mit weissem Hahnenfuss bedeckt. Dieses Kraut machte es den Hunden nicht einfach! Ein gutes Marking und eine feine Nase waren gefordert, um die Dummies schnell aufzufinden.

 

 

Wir konnten wieder auf die zwei Italiener zählen, die uns in den letzten Jahren begleiteten. Am Samstag übernahm Chiara Berzacola die Anfängertruppe, wo einige neue Teilnehmer mit noch jungen Hunden zwischen 10 und 12 Monaten erstmals Sellamatt-Luft schnupperten. Angelo Zoccali widmete sich den fortgeschrittenen Hundeführern, die auch entsprechende Übungen von grösserer Distanz zu meistern hatten. Zur Intermediate/Open-Gruppe kamen am Sonntag noch zwei weitere Hundeführer dazu, die dann wieder von Chiara unterrichtet wurden und bis am späten Nachmittag dran blieben. Die Anfängergruppe blieb in der Nähe des Wanderweges, wo Angelo für jeden Hund eine dem Stand der Ausbildung entsprechende Aufgabe anlegte. Viele Wanderer, die vorbeispazierten bewunderten unsere Retriever, die ruhig bei ihren Führern warteten oder flink Dummies apportierten, die Angelo mit seiner Wurftechnik weit ausgeworfen hatte. Am meisten Mühe bereitete jedoch vielen die Fussarbeit, was dann auch fleissig trainiert wurde. Ohne diese „Basics“ sind eben keine Preise zu gewinnen.

 

 

Viele Teilnehmende genossen am frühen Morgen beim ersten Spaziergang die Ruhe auf der Alp, begleitet von Vogelgezwitscher, sogar der Kuckuck war entfernt zu hören. Im Berggasthof Sellamatt waren wir samt Hunden wieder bestens aufgehoben. Trotz vielen Gästen der diversen Anlässe während des ganzen Aufenthaltes wurden wir aufmerksam und freundlich bedient. Ein spezielles Alpgefühl boten die Glocken der Kühe, die auf den Wiesen gleich unterhalb des Hotels weideten. Hier übten wir früher jeweils Sprünge über die Trockenmauer; diese Disziplin konnte deshalb dieses Jahr nicht ins Training eingebaut werden. Ab Mitte Juni wird weiteres Vieh die restlichen Alpweiden am Fusse der Churfirsten bevölkern, was für ein Hundetraining nicht mehr ideal wäre. Für 2019 ist bereits das Wochenende vom 10.-12. Mai reserviert und wir freuen uns, wieder auf der Sellamatt zu Gast sein zu dürfen.

 


RGOS Auffahrtswanderung 2018

Text  und Bilder Ruth Clarke

 

Bereits zum 7. Mal führte uns Hampi Zinsli anlässlich der Auffahrtswanderung der RGOS durch die Region zwischen Fläsch und Domat-Ems und überrascht uns immer wieder mit interessanten Routen. Seit dem ersten Ausflug im Jahr 2012 stieg die Teilnehmerzahl jedes Jahr und hat sich nun verdoppelt.

 

 

Noch nie mussten wir uns in Regenzeug hüllen, auch wenn es schon mal am Tag zuvor bis in tiefe Lagen geschneit hatte, war es am Wandertag sonnig. Dieses Jahr war nach langer Schönwetterlage ausgerechnet für den Auffahrtstag Regen und Abkühlung angesagt – aber nicht im Churer Rheintal! Bei Sonnenschein konnte Hampi die 30 Teilnehmer kurz vor 10 Uhr beim Hertihof, Untervaz begrüssen. Auch wenn bald auf den ersten Kilometern Wolken aufzogen, blieb es bis auf wenige Tropfen kurz vor Rückkehr trocken und angenehm. Nass wurden wir nur beim Weiher, wo sich fast alle der 23 Hunde im Wasser tummelten, um die Wette schwammen und sich danach neben uns schüttelten. Eine kleine Gruppe blieb in der Nähe des Hofes und unternahm, betreut von Andrea, einen kleineren Spaziergang.

 

 

Nach zwei Stunden Marsch waren wir zurück beim Hertihof, einem Bauernhof mt Besenbeiz und allerlei Tieren und einem Spielplatz, was vor allem den Kindern gefiel. Hier erwarteten uns ein Apero und das Mittagessen, das wir im Freien an überdachten Tischen bei angenehmen Temperaturen einnehmen konnten. Der erwartete Regen blieb aus, die wenigen Tropfen kurz vor der Rückkehr versiegten gleich wieder.

 

 

Zum Abschluss hatte sich Hampi wieder einen kleinen Parcours für die Hunde-Teams ausgedacht. Der Reitplatz gleich neben dem Restaurant bot dazu ideale Bedingungen. Nichts Aussergewöhnliches wurde verlangt, doch bekundeten einige Hunde da und dort Mühe mit der Bewältigung einzelner Aufgaben. Wer geht schon gerne durch eine Plastikwanne mit Spielzeug drin, oder springt auf oder über einen umgekehrten Trog? Auch der Slalom um die Pylonen war nicht ganz einfach, waren doch darunter Gutsi versteckt! Über eine Schwammgummimatte zu gehen, behagte auch nicht jedem Hund. Der Sprung über das Pferdecavaletto bot zwar dem kleinen Chihuahua keine Probleme, hingegen wollte ein Flat unbedingt unten durch kriechen. Dann lagen da noch unzählige Plüschtierchen verstreut auf dem Boden, über die die Hunde hätten abgerufen werden sollen. Die waren für viele doch zu verlockend, ein Goldie und ein Labrador versuchten gleich zwei oder gar drei Spielzeuge aufs Mal aufzunehmen. Es wurde nichts bewertet, auch gab es keine Zeitlimite, sondern nur reiner Spass für die Hunde-Teams und viel zu lachen für die Zuschauer.

 

 

Ein herzlicher Dank an die Organisatoren, Hampi und Andrea, für diesen wiederum gelungenen Anlass im Churer Rheintal und an alle Teilnehmer, die trotz Schlechtwetterprognose angereist waren.

 


Notengeldspürhund und andere Schnüffler

Text und Bilder Ruth Clarke

 

Wir alle wissen, dass die Hundenase sehr viel besser ausgebildet ist als bei uns Menschen. Alle Hundeführer, die im Hundesport in der Fährtenarbeit, Mantrailing oder anderen Rettungssparten arbeiten, sind selbst immer wieder erstaunt über die Leistung ihrer Hunde. Aber was Polizeihunde neben dem Auffinden von Tätern und Vermissten oder verlorenen Gegenständen so alles erschnüffeln können, erstaunt immer wieder.

 

Allgemein bekannt ist, dass Hunde schon seit längerer Zeit für das Aufspüren von Betäubungsmitteln (Drogen) eingesetzt werden. Was Polizeihunde sonst noch fähig sind aufzufinden, erklärte uns Jean Vollenweider, Dienstchef der Hundestaffel der Kapo Zürich in seinem Vortrag vor der Vereinsversammlung der RGOS vom 17. Februar in Matzingen.

 

 

Er zeigte anhand von Bildern, wie sich die Polizeihundearbeit in den letzten 100 Jahren entwickelt hat. 1912 wurde der Verband Schweizerischer Polizeihundeführer gegründet. Zwei Jahre später schlossen sich die Zürcher Polizeihundeführer zu einem Verein zusammen, wo später weitere Korps dazu kamen. 2014 wurde das 100 Jahre Jubiläum des Verbands der Polizeihundeführer des Kantons Zürich mit einer Vorführung auf der Schützenwiese in Winterthur vor vollen Tribünen gefeiert. Mit einem Film über diesen Anlass wurden die vielen Einsatzmöglichkeiten der Polizeihunde aufgezeigt. In Dübendorf wurde 1971 eigens ein Diensthundezentrum gebaut, wo die Hunde ab Welpenalter ausgebildet werden, wobei die Hunde nicht hier einquartiert sind, sondern bei den Familien der Hundeführer leben. Die Polizei legt grossen Wert auf sichere und sozialverträgliche Hunde.

 

Waren Anno dazumal nur zu Schutzhunden ausgebildete Deutsche Schäferhunde in Polizeidiensten, werden heute auch andere Rassen eingesetzt, wobei die Deutschen Schäfer nach wie vor die meist vertretene Rasse im Polizeidienst sind. Vor allem für Sucharbeiten werden immer häufiger Jagdhunderassen wie Retriever, Spaniels und Schweisshunde eingesetzt. Gemäss den Aussagen von Jean Vollenweider fallen bei der Zürcher Polizei 3 – 4 Hundeeinsätze pro Tag an. Vorwiegend handelt es sich um Einsätze im Bereich Betäubungsmittel. Er erzählte von Einsätzen, die ohne Hund nicht zum Erfolg geführt hätten, da die Verstecke der Drogen zu gut getarnt waren. Aber die Hundenase liess sich nicht beirren.

 

Der Aufbau des Hundes auf bestimmte Gerüche, seien es Drogen, Brandbeschleuniger, Sprengstoff oder Notengeld, verläuft immer nach gleichem Muster. Die Arbeit wird spielerisch aufgebaut, um beim Hund die Freude am Suchen nach dem bestimmten Geruch zu fördern. Einige der als Schutzhunde ausgebildeten Polizeihunde werden auch auf Betäubungsmittelsuche trainiert. Eine neuere Aufgabe der Polizeihunde ist das Aufspüren von Notengeld.

 

 

Mit seiner neunjährigen Schäferhündin Nyra zeigte uns Jean Vollenweider wie ein Hund in einem Saal nach vorab versteckten Drogen und Geldscheinen sucht. Wir mussten erst alle Taschen mit den Portemonnaies auf die Tische stellen, damit die Hündin durch diese nicht abgelenkt war. Bei einer ersten freien Suche, merkte sich der Hundeführer die kleinsten Anzeichen des Hundes, wo dieser einen verdächtigen Geruch durch Heben des Kopfes kurz wahrnahm. Er setzte Nyra dann in diesem Bereich nochmals an für eine „Feinsuche“ und prompt stand der Hund an der Wand hoch und zeigte das Versteck in einem Elektrokästchen an. Neben kleinsten Drogenpäckchens waren im Saal auch Geldscheine versteckt, die die Hündin freudig anzeigte. Nach jedem Fund wurde sie mit ihrem geliebten Ball bestätigt.

 

Wir wunderten uns, wie ein Hund Geldscheine, die durch so viele Hände gehen, ausfindig machen kann. Die Ausbildung beginnt mit unbedrucktem Notenpapier und wird sukzessive über die diversen Druckstadien bis zum fertigen Notengeld trainiert. Das fertige Geld wird von der Nationalbank in Schnipseln aus Fehldrucken der Polizei für’s Training zur Verfügung gestellt. Dadurch können die Hunde nicht nur Schweizerfranken sondern auch andere Währungen aufspüren, da das Grundpapier praktisch gleich ist. Die grösste Summe, die von einem Hund aufgespürt wurde, war ein Betrag von CHF 120‘000 versteckt in diversen kleinen Dosen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurt Schori dankte Jean Vollenweider für den höchst interessanten Vortrag, war er doch selbst über 35 Jahre bei der Kapo Zürich im Dienst.